5. Regionalkonferenz des Bundes und der norddeutschen Länder

Herausforderung Infrastruktur – Strategien und Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels

Zur „5. Regionalkonferenz Klimawandel Norddeutschland“ waren 290 Teilnehmer aus Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern sowie des Bundesumweltministerium nach Schwerin gekommen, um die Folgen des Klimawandels und die daraus resultierenden Herausforderungen grenzübergreifend zu betrachten und zu diskutieren.

Die Vorträge können unter den entsprtechenden Rubriken aufgerufen werden. Die Dokumentation finden Sie zu einem späteren Zeitpunkt auf dieser Seite.

Moderation Dipl.-Meteorologe Sven Plöger

Moderation Dipl.-Meteorologe Sven Plöger

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Dipl.-Meteorologe Sven Plöger

© Olaf Rayermann

© Olaf Rayermann

Der Diplom-Meteorologe und Wettermoderator Sven Plöger, geboren 1967 in Bonn, ist schon als Kind fasziniert vom Himmel, den Wolken und der Fliegerei. Dies und seine Vorliebe für das Fach Physik erweckt in ihm früh den Wunsch, Meteorologe zu werden. Sven Plöger studiert bis 1996 Meteorologie in Köln und nimmt nach dem Diplom das Angebot wahr, als Meteorologe für einen großen privaten Wetterdienst zu arbeiten.

Damit eröffnet sich ihm eine neue Perspektive: die Verknüpfung von Meteorologie und Medien. Live im Radio ist Sven Plöger seit 1996 zu hören – seit 1999 steht er vor der Kamera und moderiert u.a. die Wettersendungen in der ARD „Wetter vor acht“ vor der Tagesschau, die Wettersendungen im Anschluss an die Tagesthemen sowie zahlreiche TV Wettersendungen in den Dritten Programmen der ARD.  

 

Studium und Beruf:

1989-1995 Studium der Meteorologie an der Universität zu Köln

1996 Diplom als Meteorologe

1991-1996 Mitarbeit in der Forschungsgruppe Tropenmeteorologie in Köln

1995-2013 Lehrkraft für das Fach Meteorologie in der Flugausbildung

1996-2011 Meteorologe und Moderator bei der Meteomedia AG in Gais (Schweiz)

2002 bis heute Vorträge über Wetter und Klima Moderation von Veranstaltungen und Diskussionsrunden mit dem Schwerpunkt Klimawandel

2012 bis heute Meteorologe und Moderator bei der Cumulus Media GmbH in Geiselgasteig, TV-Wetterberichte ARD: „Das Wetter vor acht“ um 19:50 Uhr und im Anschluss an die „Tagesthemen“ sowie Wetterberichte im NDR, RBB, SWR, WDR

ENGAGEMENT

2005 bis heute Schirmherr von „Kinder können Klima“

2010 bis heute Zusammenarbeit mit „Brot für die Welt“, u.a. Bangladeshreise (2012)

2010 bis heute Kinderhospiz Bethel

2010 bis heute Stiftung Solarenergie

2014 bis heute Mitglied im Kuratorium von „World Vision“

PRIVAT

Sven Plöger ist verheiratet und lebt in Ulm. Hobbys: Fliegerei (Gleitschirm, Segelflug, Ultraleichtflug), Tauchen, Skifahren, Reisen.

Keynote Prof. Dr. Stefan Rahmstorf, Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK)

Bekommen wir das Klima noch in den Griff?

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Prof. Dr. Stefan Rahmstorf

 

 

Der wärmste April und Mai in Norddeutschland seit Beginn der Aufzeichnungen, schwächelndes Golfstromsystem, steigende Meeresspiegel und eine nicht abreißende Folge von Wetterextremen – wie sehen die neuesten Daten zur globalen Erwärmung aus? Wurden bereits Kipp-Punkte des Klimasystems überschritten? Gibt es einen Zusammenhang von Klimawandel und Fluchtursachen?

Workshop Klimaangepasstes Bauen

Workshop Klimaangepasstes Bauen

Moderation: Gerhard Krenz, Klimaschutz- und Energieagentur NiedersachsenKlimaangepasstes

Bauen hat schon heute eine hohe Relevanz und kann eine Erfolgsgeschichte sein. Beginnend mit einer umsichtigen Bauleitplanung, der Einbeziehung aller Faktoren zur Ver- und Entsorgung bis hin zur Gebäudeplanung und der finanziellen Absicherung vor klimabedingten Schäden gilt es viele Aspekte zu beachten. Dieser Workshop befasst sich mit den Herausforderungen des klimaangepassten Bauens und präsentiert gelungene Beispiele und Hilfestellungen.

Referentinnen/Referenten und Vorträge:

Schutz vor Extremwetter - Wie können sich Hausbesitzer vor Folgen des Klimawandels wappnen?

Alexander Küsel, Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e. V.

Durch Extremwetterereignisse wie Starkregen sind insbesondere auch private Hausbesitzer unmittelbar von den Folgen des Klimawandels betroffen. Jeder Bauherr ist deshalb gut beraten, sein Gebäude durch Auswahl geeigneter Baustoffe und Konstruktionen gegen Naturgefahren zu wappnen. Im Vortrag werden typische Problemfelder und geeignete Vorsorgemaßnahmen vorgestellt. Vorsorge gegen den Klimawandel in der Zukunft heißt heute: Angepasste Bauweisen und geeigneter Versicherungsschutz gegen Naturgefahren.

Angepasstes Regenwassermanagement vor dem Hintergrund von Starkregenereignissen

Michael Müller, Leiter des Geschäftsfeldes Entwässerung in der ACO Tiefbau Gruppe

Eine zunehmende Anzahl von Starkregenereignissen stellt die Entwässerungssysteme vor neue Herausforderungen. Wassermengen von mehreren Dezilitern bis zu mehreren hundert Litern pro Quadratmeter innerhalb weniger Stunden können zu überfluteten Kellern, überschwemmten Straßen und Fortspülungen von Gegenständen führen. Deshalb müssen neue Ansätze für die Oberflächenentwässerung im urbanen Raum verfolgt und Möglichkeiten zur Schaffung von Rückhalten und Retentionsräumen diskutiert werden.

Klimaangepasstes Bauen und Umbauen - Leitfäden zur Überflutungs- und Hitzevorsorge

Dr. Elke Kruse, HafenCity Universität Hamburg

Hochverdichtete innerstädtische Quartiere sind aufgrund ihrer baulichen Dichte und ihres hohen Versiegelungsgrades besonders von den Folgen des Klimawandels betroffen. Hier sind ein verbesserter Überflutungsschutz bei Starkregen und der Umgang mit Trockenperioden essentiell sowie auf der Gebäudeebene Maßnahmen für einen effektiven sommerlichen Wärmeschutz. Dazu müssen sowohl die städtischen Behörden als auch private Hauseigentümer tätig werden.

Lübeck sorgt vor: Siedlungsräume und Freiflächen robust gestalten

Barbara Schäfers, Hansestadt Lübeck und Prof. Frank Schwartze, Fachhochschule Lübeck

Die wassersensible Stadtentwicklung bildet den Schwerpunkt für die Anpassung Lübecks an die Auswirkungen des Klimawandels. Dafür werden aus den vorhandenen Umweltfachdaten Konflikt- und Potentialflächen für Hochwasser und Überflutung ermittelt. Das Forschungsprojekt I-quadrat speist Erfahrungen aus der Bevölkerung ein, sodass das vorhandene Wissen der Allgemeinheit in einem Web-Portal zur Verfügung gestellt werden kann.

Workshop Versorgungssicherheit im Klimawandel

Workshop Versorgungssicherheit im Klimawandel

Moderation: Katrin Fahrenkrug, Institut Raum & Energie

Ist unsere Versorgungsinfrastruktur auf die Herausforderungen des Klimawandels vorbereitet? Wie können Ausfälle, Engpässe und andere Beeinträchtigungen bei Extremwetterereignissen vermieden werden? Der Workshop widmet sich möglichen Folgen des Klimawandels für die Strom- und Wasserversorgung und stellt Anpassungsmaßnahmen vor. Anschließend diskutieren die Teilnehmenden über die Eignung der präsentierten Vorsorgemaßnahmen vor dem Hintergrund verschiedener Schadensszenarien.

Referentinnen/Referenten und Vorträge:

Krisenvorsorge und Krisenmanagement für Stromverteilnetze im Lichte des Klimawandels

Tim Stieger, WEMAG Netz GmbH, Schwerin

Als regionaler Verteilnetzbetreiber in Mecklenburg sowie Teilen Brandenburgs und Niedersachsens betreibt die WEMAG Netz GmbH die Kritische Infrastruktur Strom mit einer Gesamtleitungslänge ca. 15.000 Kilometer auf rund 8.000 km2 Netzgebietsfläche. Der hohe Anspruch an eine zuverlässige Energieversorgung bedingt im Rahmen der Krisenvorsorge und des Krisenmanagements umfangreiche Anforderungskatloge. Der Vortrag wird einen Einblick in die aktuelle Krisenvorsorge und deren Aspekte aus Sicht eines Verteilnetzbetreibers geben.

Ermittlung und Kommunikation von Starkregenrisiken am Beispiel kritischer Infrastrukturen der Stromversorgung

Dr.-Ing. Holger Hoppe, Dr. Pecher AG Erkrath

Starkregengefahren lassen sich heute modellgestützt stadtgebietsweit ermitteln. Herausforderungen bestehen in der fachübergreifenden Kommunikation der Ergebnisse als Grundlage für Risikobewertungen und Maßnahmenplanungen. Mit Hilfe eines für die Stadt Bremen entwickelten modularen, GIS-basierten Auskunftssystems können Planungs- und Infrastrukturträger die entsprechenden Gefahrenpotentiale systematisch einschätzen und Maßnahmen ableiten.

Klimawandel – Herausforderungen für die Katastrophenvorsorge

Uwe Becker, Ministerium für Inneres und Europa Mecklenburg-Vorpommern

Ziel aller Anstrengungen in der Katastrophenvorsorge ist‎ es die öffentliche Sicherheit und Ordnung in Krisenfällen aufrechtzuerhalten und damit der Bevölkerung eine Lebensgrundlage zu erhalten. Dem Klimawandel geschuldete Ereignisse stellen für Katastrophenschützer und auch für die Bevölkerung gleichermaßen große Herausforderungen dar. Maßnahmen können nur beide Bereiche berühren: Resilienzsteigerung der betroffenen Menschen und Stärkung und Erhalt der Leistungsfähigkeit des Katastrophenschutzes.

Langfristige Sicherheit der Trinkwasserversorgung für Kommune und Landwirtschaft - Risikoanalysen und Vorsorgemöglichkeiten

Dr. Ina Wienand, Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe

Längere Versorgungsunterbrechungen mit Trinkwasser werden in Deutschland als recht unwahrscheinlich eingeschätzt. Hohe technische Standards in der Wasserversorgung sowie systemische Redundanzen bilden eine solide Basis für die Versorgungssicherheit. Dennoch haben die Erfahrungen der letzten Jahre insbesondere im Zusammenhang mit extremen Naturereignissen (u.a. Hochwasser, Trockenheit/Dürre) deutlich gemacht, dass es wichtig ist, solche außergewöhnliche Gefahrenlagen in die bestehenden Risiko- und Krisenmanagementkonzepte von Unternehmen und Behörden einzubeziehen. In diesem Beitrag werden Erfahrungen und Erkenntnisse mit solchen außergewöhnlichen Ereignissen in der Wasserversorgung dargestellt sowie Möglichkeiten und Grenzen des Risiko- und Krisenmanagements aus Sicht der Unternehmen und Behörden diskutiert.

Workshop Verkehrsinfrastruktur im Klimawandel

Workshop Verkehrsinfrastruktur im Klimawandel

Moderation: Dr. Jürgen Ritterhoff, ecolo - Agentur für Ökologie und Kommunikation

Der Klimawandel und damit verbundene Extremwetterereignisse können zu Beeinträchtigungen und Ausfällen der Verkehrsinfrastruktur führen. Um deren Robustheit zu erhöhen, müssen die zu erwartenden Auswirkungen benannt und die Verkehrssysteme angepasst werden. Der Workshop greift aktuelle Erkenntnisse und Beispiele aus betroffenen Regionen auf. Im Anschluss präsentierte Lösungsansätze ermöglichen eine Diskussion zu den Herausforderungen in der kommunalen und regionalen Umsetzung von Anpassungsmaßnahmen.

Referentinnen/Referenten und Vorträge:

Verkehr und Infrastruktur an Klimawandel und extreme Wetterereignisse anpassen - Konzepte und erste Ergebnisse für die Bundesverkehrsinfrastruktur

Dr. Stephanie Hänsel, Deutscher Wetterdienst/Expertennetzwerk des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur

Die Robustheit der Verkehrsinfrastruktur ist eine wichtige Voraussetzung für deren Verfügbarkeit und Betrieb auch unter Einwirkungen von Klimawandel und Extremwetterereignissen. Im Expertennetzwerk des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur untersuchen dessen Behörden gemeinsam, welche Auswirkungen zu erwarten sind und wie sensitiv die Infrastruktur gegenüber Klimawandelfolgen ist. Im Vortrag werden Wirkungsanalysen und erste Anpassungsoptionen vorgestellt.

Beeinträchtigung der Verkehrssicherheit durch Winderosionsereignisse - Autobahnen in Niedersachsen

Dr. Knut Meyer, Niedersächsisches Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie

Die Kombination aus starkem Wind und Trockenheit kann zu Erosion auf landwirtschaftlichen Flächen und infolgedessen zu Schäden an Pflanzen und Ökosystemen führen. Besondere Brisanz erhalten Winderosionsereignisse im Bereich stark befahrener Verkehrswege, wo Sand- und Staubverwehungen erhebliche Sichtbehinderungen zur Folge haben können. Das niedersächsische Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie hat in einer umfassenden Analyse die räumlichen Schwerpunkte solcher Vorfälle ermittelt und als erste Reaktion eine Beschilderung zur Ausweisung der Risikoabschnitte auf Autobahnen empfohlen.

Einfluss des Klimawandels auf Straßenbäume als Bestandteil der Verkehrsinfrastruktur; Sonderfall: Baumverlust durch Tornado in Bützow

Dr. Sven Reiter, Landesamt für Straßenbau und Verkehr Mecklenburg-Vorpommern

Die Straßenbauverwaltung Mecklenburg-Vorpommern ist für Pflege und Unterhalt von ca. 250.000 Bäumen als Bestandteil der Verkehrsinfrastruktur zuständig. Der Klimawandel und insbesondere Sturmereignisse bringen z. T. erhebliche Konsequenzen für die Bäume und die Arbeit der Straßenbauverwaltung mit sich. Die Folgen für die Baumartenauswahl und den Unterhalt werden im Vortrag erörtert. Am Beispiel einer Baumerhaltungsstrategie im Zusammenhang mit dem Ersatzneubau einer Brücke in Bützow (MV) werden die Grenzen solcher Vorsorgemaßnahmen bei Extremereignissen aufgezeigt.

Klimawirkungen im Verkehr, UVP und weitere rechtliche Rahmenbedingungen sowie Werkzeuge des UBA

Clemens Haße, KomPass Kompetenzzentrum Klimafolgen und Anpassung im Umweltbundesamt

Initiiert durch europäische Rechtsvorschriften wurde das Gesetz über die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVPG) geändert, das nun eine stärkere Beachtung von Klimawandelaspekten in der UVP fordert. Welche besondere Bedeutung diese Neuerungen für die Planung und den Bau von Infrastrukturen haben ist ebenso Gegenstand des Vortrags wie die ökonomischen Auswirkungen und zukünftige Herausforderungen für die Umweltprüfung.

Klimawirkungsanalyse im BMVI Expertennetzwerk - Konzept, Vorgehen und Nutzen

Jens Kirsten, Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)

Das Expertennetzwerk des Bundeministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur entwickelt eine Methode zur Analyse und Bewertung von Klimawirkungen auf das Bundesverkehrswegenetz. Die dabei im Fokus stehenden "Naturgefahren" bzw. Klimawirkungen sind Hoch-/Niedrigwasser, Hitze, Sturm und Hangrutschungen. Die Klimawirkungsanalyse dient der Ermittlung und Priorisierung des Anpassungsbedarfs und leistet somit einen wichtigen Beitrag zum Infrastrukturmanagement und für die Entwicklung neuer Managementansätze. In diesem Vortrag werden das Konzept, das Vorgehen und der Nutzen der Klimawirkungsanalyse vorgestellt.

Klimaangepasste, rationelle und naturnahe Wege- und Straßenkörper für Städte und den ländlichen Raum

Hans Pape, HanseGrand Klimabaustoffe e.K.

Der Klimawandel stellt veränderte Anforderungen an Straßen und Wege auch in ländlichen Räumen. Vermehrte Hitzeperioden und Starkregenereignisse beanspruchen eingesetzte Baustoffe auf besondere Weise. Die Firma HanseGrand bietet mit ihren wasser-, luft- und temperaturdurchlässigen Klimabaustoffen Lösungen an, die die natürlichen Prozesse im Boden auch in Zeiten des Klimawandels unterstützen. Dabei werden insbesondere die Kosten für Wartung und Pflege berücksichtigt.