Effektiver Energieeinsatz auf Kläranlagen

Inhaltliche Beschreibung

Eine Studie des Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Mecklenburg-Vorpommern (2009) untersuchte den Energieeinsatz in Kläranlagen und geht dabei auf die Einsparpotenziale, auf mögliche Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz und zukünftige energie-relevante Entwicklungen ein. Die Ergebnisse zeigen, dass entsprechende Energie- und Kostenreduktionspotenziale auf den Kläranlagen in Mecklenburg-Vorpommern vorhanden sind. Dabei variiert der Energiebedarf in Abhängigkeit der Größe der Anlage, der eingesetzten Verfahren zur Abwasserreinigung und Schlammbehandlung sowie der spezifischen Standortbedingungen. Möglichkeiten zur Einsparung liegen z. B. im Sandfanggebläse, bei der Umwälzung und Rücklaufschlammförderung sowie der Schlammeindickung. Die Studie zeigt, dass zahlreiche Maßnahmen kurzfristig rentabel durchgeführt werden können, andere dagegen erst mittel- bzw. langfristig in Abhängigkeit von der Nutzungsdauer der Anlagen.

Das landesweite Einsparpotenzial liegt zwischen 13 und 34 Gigawattstunden pro Jahr, dies entspricht ca. 8.000-20.000 t CO2 jährlich.

Aufbauend auf diesen Erkenntnissen zeigt eine weitere Studie des Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Mecklenburg-Vorpommern (2013) die Möglichkeiten einer effizienten Nutzung des im Klärschlamm vorhandenen Energiepotentials über Faulungsanlagen durch Eigenstromproduktion und Wärmenutzung auf.

 

Zeitlicher Bezug

kurz- bis mittelfristig

 

Räumlicher Bezug

Alle Kläranlagen in Mecklenburg-Vorpommern

 

Akteure

Abwasserzweckverbände, Kommunen, Kläranlagenbetreiber

Beispiel Klärwerk Hansestadt Greifswald: Der bei der mechanischen und biologischen Reinigung anfallende Schlamm wird anschließend in den beiden Faultürmen bei Temperaturen um 39 Grad für 28 Tage ausgefault. Das dabei von den Bakterien produzierte Faulgas wird zur Erzeugung von Strom und der Wärmegewinnung genutzt. Der ausgefaulte Schlamm wird mit Hilfe von Zentrifugen entwässert und anschließend ökologisch und ökonomisch sinnvoll landwirtschaftlich verwertet.

Das Klärwerk Greifswald kann sich nach unseren Informationen durch die Eigennutzung von Faulgasen und über eine Sonnenstand nachgeführte Photovoltaik-Anlage nahezu autark mit Energie versorgen.

 

Kosten & Finanzierung

Wirtschaftliche Investitionen, da Kostenreduktion durch Energieminderbedarf