Kommunale Klimapartnerschaft Greifswald Pomerode

Inhaltliche Beschreibung

Klimaschutz und Klimaanpassung sind globale Probleme, jedoch mit unterschiedlichen  Vulnerabilitäten, Verantwortlichkeiten und Fähigkeiten zum Umgang mit diesen. Gleichzeitig ist es die kommunale Ebene, auf der Klimaschutz- und Klimaanpassungsmaßnahmen umgesetzt werden müssen. Da Deutschlands Städte und Gemeinden diese Themenfelder seit einigen Jahren bereits bearbeiten und damit organisatorisch und methodisch gut aufgestellt sind, ist es naheliegend, dass sie ihr Know-how in der globalen Entwicklungszusammenarbeit einbringen.

Greifswald und die brasilianische Stadt Pomerode haben daher eine Klimapartnerschaft vereinbart. Grundlage der Zusammenarbeit ist das Projekt "50 Klimapartnerschaften bis 2015", das vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung gefördert wird. Die Kooperation ist für Greifswald daher kostenfrei. Das Projekt startete im März 2015 und läuft über anderthalb Jahre bis Herbst 2016. Greifswald und Pomerode wollen ihr Know-how in den Bereichen erneuerbare Energien, nachhaltige Mobilitätsangebote, umweltfreundliche Beschaffung und Umweltverfahrenstechnik austauschen. Anknüpfungs-punkte gibt es zudem im Hochwasserschutz und im Abfallmanagement.

Während der Projektlaufzeit sind drei Austauschtreffen geplant, davon voraussichtlich zwei in Greifswald und eines in Pomerode. Hinzu kommen zwei internationale Workshops sowie weitere nationale Vernetzungstreffen der Teilnehmerkommunen. Bislang gibt es bereits 33 Klimapartnerschaften mit Städten in Afrika und Lateinamerika, davon lediglich zwei mit Beteiligung ostdeutscher Kommunen.

Ziel des Projektes ist die Erstellung von bilateralen Handlungsprogrammen für Klimaschutz und Klimaanpassung, welche im Herbst 2016 durch die Kommunalparlamente beschlossen werden sollen.  Zur Unterstützung dieses Prozesses wurden in beiden Städten Steuerungsgruppen mit Vertretern aus Verwaltung, Politik und Zivilgesellschaft gebildet.

Die Handlungsprogramme enthalten konkrete Maßnahmen, die in den darauffolgenden 10-15 Jahren in Greifswald und Pomerode umgesetzt werden sollen. Die Kooperation wird daher auch nach Ende der geförderten Projektphase weitergehen und die freundschaftlichen Beziehungen beider Städte inhaltlich stärken.

 

Zeitlicher Bezug

kurz- bis langfristig

 

Räumlicher Bezug

Universitäts- und Hansestadt Greifswald, befreundete Stadt Pomerode (Santa Catarina, Brasilien; ca. 30.000 Einwohner)

 

Akteure

Stadtverwaltungen, Lokalpolitiker, Zivilgesellschaft: IHK Neubrandenburg,  Umwelttechnologiennetzwerk  enviMV, Universität Greifswald, Amt für Raumordnung und Landesplanung Vorpommern, ADFC Greifswald, NABU KV Greifswald, Forum Energiewende Vorpommern, Tourismusverband Vorpommern; Projektträger: Servicestelle Kommunen in der Einen Welt, LAG 21 NRW e.V.

 

Kosten & Finanzierung

Finanzierung über das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

Projektkoordinator Greifswald: Oliver Reif-Dietzel – Klimaschutzbeauftragter, Stadtbauamt, Abt. Umwelt- und Naturschutz