"Grüne Schifffahrt" ("Green Shipping")

Inhaltliche Beschreibung

Gemessen an der Transportleistung ist die Schifffahrt ein vergleichsweise klimafreundlicher Verkehrsträger. Zunehmender Schiffsverkehr führt jedoch zu zusätzlichen Emissionen, weshalb angesichts des Klimawandels auch die Schifffahrt ihre Emissionen senken muss.

Das Land unterstützt deshalb grundsätzlich die Aktivitäten zur Verbesserung des maritimen Klima- und Umweltschutzes. Ab 2018 wird für Schiffe in der EU ab einer bestimmten Größe die Pflicht zur Erfassung der CO2–Emissionen eingeführt. Der Hafen Rostock erhebt bereits jetzt geringere Hafengebühren für Schiffe, die besonders effizient sind.

Aufgrund des internationalen Charakters des Seeverkehrs setzt sich die Landesregierung für die Festsetzung möglichst weltweit einheitlicher Klimaschutzstandards ein. Durch unterschiedliche Standards könnte der Wettbewerb zwischen konkurrierenden Fahrtgebieten beeinträchtigt werden oder es zu Verlagerungen vom vergleichsweise emissionsarmen Seeverkehr auf den Landverkehr kommen.

Mittelfristig ist davon auszugehen, dass durch strengere Klima- und Umweltschutzvorschriften die Nutzung alternativer Schiffsantriebe forciert wird. Insbesondere in der Verwendung von Liquified Natural Gas (LNG) wird eine wirtschaftlich und ökologisch zukunftsfähige Lösung für einen emissionsarmen Schiffsverkehr gesehen. Im Jahr 2013 hat das Land im Rahmen einer Studie die Möglichkeiten zum Aufbau einer LNG-Infrastruktur für die Seeschifffahrt in Mecklenburg-Vorpommern untersuchen lassen. Die Landesregierung begrüßt den Einsatz neuer Antriebstechnologien und Kraftstoffe in der Schifffahrt grundsätzlich. Hierfür notwendige Anpassungen der Infrastruktur in Häfen können insbesondere im Rahmen der Hafeninfrastrukturförderung bezuschusst werden. U.a. kann eine Unterstützung für die Errichtung von Landstromanlagen gewährt werden, die eine Versorgung der Schiffe aus regenerativen Energien während der Liegezeiten in den Häfen erlauben.

 

Zeitlicher Bezug

kurz- bis mittelfristig

 

Räumlicher Bezug

Häfen und Gewässer vor und in Mecklenburg-Vorpommern

 

Akteure

Seeverkehrs- und Mineralölunternehmen, Werften, Cleantechunternehmen, Häfen, Kommunen, Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern, Bund, EU

 

Kosten und Finanzierung

Renditeorientierung der Unternehmen (Fördermöglichkeiten, „grünes“ Marketing gegenüber Kunden, Vermeidung von Kosten durch Emissionszertifikate und andere Instrumente), Ausschöpfung aller möglichen Förderinstrumente der verschiedenen staatlichen und supranationalen Ebenen