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Aktionsplan Klimaschutz Mecklenburg-Vorpommern



Aktionsbereich Erneuerbare Energien

Für Mecklenburg-Vorpommern spielen folgende erneuerbare Energien eine maßgebliche Rolle: Solarenergie, Bioenergie, Windkraft und Geothermie. Die dezentrale Energieversorgung wird dabei zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Voraussetzung für den weiteren Ausbau der dezentralen Energieversorgung im Stromsektor auf der Basis der erneuerbaren Energien sind leistungsfähige und der jeweiligen Situation angepasste Verteilungs- und Übertragungsnetze. Um den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien nicht zu hemmen, sind die Erzeugungskapazitäten optimal zu nutzen und die Infrastruktur zu verbessern. Mecklenburg-Vorpommern hat zu diesem Zweck eine Netzstudie erarbeiten lassen, die den Ausbau der Landesnetze unter Berücksichtigung der Ausbauziele für die erneuerbaren Energien untersucht. Die Studie zeigt, dass bereits heute häufig die Einspeisung regenerativer Energien den zeitgleichen Verbrauch in Mecklenburg-Vorpommern übersteigt. Die Grenze der Übertragungsfähigkeit in den 110 kV-Verteilernetzen ist bereits punktuell erreicht. Angesichts des vorhersehbaren starken Anstiegs an Einspeisungen ist absehbar, dass in Zukunft überschüssige Leistung in andere Regionen transportiert werden muss. Die Anpassung der Netze für die Aufnahme und den sicheren Transport bedingt die Notwendigkeit für einen erheblichen Netzausbau (sowohl 110 kV als auch Hochspannungsnetz). Gleichzeitig wurde der sinkende Abnehmerbedarf in Folge der demografischen Entwicklung berücksichtigt.

In Mecklenburg-Vorpommern werden die Förderprogramme des Bundes im Zusammenhang mit der Nutzung von Solarenergie (sowohl zur Stromerzeugung als auch zur Wärmeerzeugung) zwar zunehmender Anspruch genommen, allerdings werden die Anlagen im Rahmen von Baumaßnahmen noch zu selten integriert. Hier gilt es, die bestehenden Potenziale umfassend zu nutzen: durch die bauliche Integration von Anlagen und die Nutzung von Bundes-förderprogrammen.

In Mecklenburg-Vorpommern werden aktuell 10 % des Primärenergieverbrauchs aus Bioenergie bereitgestellt. Dieser Anteil kann bis 2020 auf 24 % gesteigert werden, um die Energieversorgung unter Beachtung der Nachhaltigkeitskriterien und einer hohen Energieeffizienz sicherzustellen. Insbesondere die Bildung und Vernetzung von Bioenergieregionen ist eine zentrale Aufgabe der Zukunft.

Im Vergleich mit anderen Bundesländern rangiert Mecklenburg-Vorpommern bei der installierten Windkraftleistung von 1.430 MW erst an 6. Stelle. Das Potenzial des Landes zur Nutzung von Windenergie soll weiter ausgeschöpft werden. Ziel ist es, die installierte Onshore-Windenergieleistung bis zum Jahr 2020 weiter zu steigern und bis 2020 59 % des onshore-Potenzials zu erschließen. Dazu ist es notwendig, die Eignungsgebiete für Windenergieanlagen anzupassen und die Wirtschaftlichkeit von Altanlagen durch sogenannte Repowering zu erhöhen. Auch offshore werden die ersten Windparks errichtet, dieser Windenergiesektor wird in Zukunft an Bedeutung gewinnen.

Mecklenburg-Vorpommern zeigt gute Voraussetzungen zur Nutzung der Tiefengeothermie und besitzt eine detaillierte Kartierung des Untergrundes. Das Land hat das Ziel, die Potenziale zur Nutzung der Erdwärme stärker zu nutzen, sowohl bei der oberflächennahen als auch für die Tiefengeothermie. Synergien lassen sich insbesondere bei der Kombination von Geothermie und der Speicherung von saisonal bedingten Energieüberschüssen erzielen. Mit Hinblick auf den Ausbau des medizinisch-therapeutischen Tourismus ("Gesundheitsland Mecklenburg-Vorpommern") wird zudem die Erweiterung der geothermischen Einrichtungen für balneologische Zwecke angestrebt.



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Mecklenburg-Vorpommern / MV tut gut