Mit der Verknappung der fossilen Energieträger gewinnt auch mit Hilfe erneuerbarer Energien gewonnener Wasserstoff an Bedeutung. Mecklenburg-Vorpommern will daher die Aktivitäten auf dem Gebiet der Wasserstofftechnik weiter forcieren, die sich insbesondere auf den Bereich der Forschung und Entwicklung von Technologien konzentrieren. Langfristig sollen die Voraussetzungen für eine flächendeckende Wasserstoffinfrastruktur geschaffen werden.
Die Abscheidung und Speicherung von technischem Kohlendioxid wird derzeit als eine langfristige Option zur Reduzierung der CO2-Emissionen und als Übergangslösung auf dem Weg zu einer kohlenstoffarmen Energieversorgung diskutiert. Alle diesbezüglichen Verfahren befinden sich noch in der Erforschung bzw. Entwicklung. Erst im Ergebnis dieser Forschung kann sich herausstellen, ob eine Einlagerung von Kohlendioxid im Untergrund technisch und wirtschaftlich realisierbar ist. Mögliche Nutzungskonkurrenzen sind im Besonderen unter Beachtung der Ausbauziele im Bereich erneuerbare Energien und der damit verbundenen direkten Nutzung bzw. der Gasspeicherung (Wasserstoff, Erdgas) zu beachten. Da dieser Abwägungsprozess direkt landespolitische Interessen berührt, sollte die Entscheidung über eine zukünftige CO2-Speicherung beim Land Mecklenburg-Vorpommern liegen. Sofern CO2 eingelagert werden soll, haben Quellen aus Mecklenburg-Vorpommern Vorrang, die wiederum aus Verfahren stammen, die mittelfristig nicht durch erneuerbare Energieträger ersetzt werden können. Eine Einlagerung von CO2 aus Quellen außerhalb von Mecklenburg-Vorpommern wird abgelehnt. Grundsätzlich wird eine Einlagerung von Kohlendioxid aus industriellen Prozessen nur dann akzeptiert, wenn die Möglichkeiten zur CO2-Vermeidung und CO2-Verminderung voll ausgeschöpft werden (z. B. neue Technologien, Substitution von Einsatzstoffen).
Im Übrigen hat der Bund angekündigt, die Fristen zur Umsetzung der EU-Richtlinie über die geologische Speicherung von Kohlendioxid einhalten zu wollen und diskutiert dazu auch die Möglichkeit, über ein "Vorschaltgesetz" dem zur Zeit nur in Brandenburg vorgesehenen Pilotvorhaben einen rechtlichen Rahmen zu geben.
Für den Schutz des Klimas und die Sicherung der Energieversorgung stellen innovative Technologien einen zukunftsorientierten Ansatz dar. Das Land Mecklenburg-Vorpommern will daher die Forschung und Entwicklung von umwelt- und klimaschonenden Produkten und Prozessen unterstützen. Die Wirtschaft soll in diesen Innovationsprozess intensiv mit eingebunden werden. Wesentliche Aktionsfelder werden dabei die Forschung an zukünftigen Energiequellen, der Aufbau eines Forschungsschwerpunktes "Klimaschonende Energie- und Umwelttechnik" an einer Hochschuleinrichtung des Landes sowie die querschnittsorientierte Einbindung von Umwelt- und Energiethemen in die Hochschulausbildung darstellen.
Auch der Bildung kommt bei der Umsetzung des Klimaschutzes eine besondere Bedeutung zu. Nur wenn alle Bevölkerungs- und Altersgruppen ein tiefgehendes Bewusstsein über die Zusammenhänge von Klimaveränderungen und Energieverbrauch – gerade beim eigenen Handeln – entwickeln, können die Ziele zum Klimaschutz erreicht werden. Neben den Hochschulen stehen auch die Schulen vor der Herausforderung, sich dieser Bildungsaufgabe zu stellen. Die Verankerung des Themas Klimaschutz in den Lerninhalten aller Bildungseinrichtungen und bei der Aus- und Fortbildung der Lehrer wird dabei einen Schwerpunkt darstellen. Aber auch die berufsbegleitende Weiterbildung von Berufsgruppen des Baugewerbes und die Optimierung von Beratungsangeboten sind Handlungsfelder, die zur Umsetzung der Klimaschutzziele in Betracht kommen.
Insbesondere die Kommunen können einen erheblichen Beitrag zum Klimaschutz leisten. In kommunalen Einrichtungen können Klimaschutzmaßnahmen besonders öffentlichkeitswirksam dargestellt werden. Sie führen zu einer langfristigen Entlastung der Haushalte, dienen der regionalen Wertschöpfung und der wachsenden Nutzung erneuerbarer Energien. Mecklenburg-Vorpommern will daher durch gezielte Förderung und die Etablierung von Modellprojekten den Klimaschutz auf kommunaler und regionaler Ebene besonders unterstützen.
Obwohl dem Klimaschutz eine breite Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit zukommt, liegen sowohl in Unternehmen als auch bei Privatpersonen unzureichende oder auch falsche Informationen vor. Sachgerechte Informationen sind jedoch Voraussetzung, um effektiv Maßnahmen zur Energieeinsparung einschließlich der Implementierung neuer Verhaltensweisen im Energiekonsum umzusetzen. Gezielte Informationsvermittlung, Beratung und Sensibilisierung sollen das Verständnis für und das Wissen um den Klimaschutz erhöhen und die Energieeinsparung auf eine breite Basis stellen.