Land- und Forstwirtschaft spielen beim Klimaschutz eine ambivalente Rolle: Einerseits binden Bäume, Pflanzen und Böden Treibhausgase. Auf der anderen Seite allerdings hat die Landwirtschaft einen nicht unerheblichen Anteil an den Emissionen besonders klimaschädlicher Gase wie Methan und Stickstoffdioxid, welche insbesondere durch Tierproduktion und beim Einsatz von Düngemitteln (z. B. Gülle) freigesetzt werden. Diese Emissionen gilt es zu begrenzen und zu reduzieren. Gleichzeitig soll die natürliche Senkenfunktion der Land- und Forstwirtschaft gestärkt werden.
Schwerpunkt in der Landwirtschaft soll u. a. die Senkung der Emissionen durch eine Optimierung der Düngung bilden. Mit der Bevorzugung emissionsarmer Techniken wie dem Schleppschlauchverfahren in Kombination mit einem gezielten Düngemanagement will die Landesregierung Stoffeinträge in Böden sowie Gewässer mindern und somit Klima-, Boden- und Gewässerschutz gleichzeitig unterstützen. Auch die energetische Nutzung von biogenen Reststoffen wie Stroh, Gülle, Holz oder Ernterückständen in z. B. Biogasanlagen trägt zu einer ganzheitlichen und damit auch nachhaltigen Bewirtschaftung der Böden bei.
Die nachhaltige und naturnahe Bewirtschaftung der Wälder im Land und die Aufforstung neuer Wälder binden Kohlenstoff aus der Atmosphäre und tragen so zum Klimaschutz bei. Für eine nachhaltige Forstwirtschaft geht es insbesondere um die Entwicklung struktur- und vorratsreicher Mischwälder, wodurch auch die Voraussetzungen zum Erhalt der Artenvielfalt verbessert werden.
Ein weiteres Ziel des Landes Mecklenburg-Vorpommern ist die nachhaltige Sicherung und Wiederherstellung der natürlichen Bodenfunktionen als Lebensgrundlage und Lebensraum für Mensch, Flora und Fauna sowie als Element des Naturhaushaltes. Wesentliche Bestandteile des Bodenschutzes werden neben der nachhaltigen Bewirtschaftung die Reduzierung der Flächeninanspruchnahme für Siedlung und Verkehr sein. Zu diesem Zweck wird aktuell das Bodenschutzprogramm Mecklenburg-Vorpommern erarbeitet, dessen Fertigstellung für 2010 geplant ist.
Mit einem Anteil von fast 13 % an der Landesfläche kommt den Mooren beim Klimaschutz eine wichtige Bedeutung zu. Intakte und naturnahe Moore fungieren als leistungsfähige Kohlenstoffsenken.
Mit der wachsenden Bedeutung der regenerativen Energien werden sich auch die Versorgungsstrukturen wandeln. Ist die Energielandschaft derzeit von einer zentralen Struktur geprägt, wird in Zukunft die dezentrale Energieversorgung an Bedeutung gewinnen. Das Land Mecklenburg-Vorpommern will diesen Trend unterstützen. Finden sich aktuell nur beispielhaft erste dezentrale Versorgungsnetze, so sollen diese unter Einbindung eines sinnvollen Stoffstrommanagements verstärkt etabliert werden. Kommunen sollen bei der Erstellung nachhaltiger Energiekonzepte unterstützt werden. Mit der beispielhaften Entwicklung von Bioenergie-Regionen wird die Erarbeitung regionaler Lösungen unterstützt.